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Wir müssen natürlich auch immer die Wirtschaftlichkeit im Auge
behalten. Trotzdem nutzen wir nur Treibstoffe, die bereits heute den
künftigen Anforderungen der Nachhaltigkeits-Verordnung für Biomasse
und Biokraftstoffen gerecht werden. Aber wir haben natürlich unsere
Idealvorstellung zu diesem Thema, an deren Verwirklichung wir auch
intensiv arbeiten. Wir haben als Ziel, als Treibstoff - dort wo es sinnvoll
ist - in erster Linie das Öl der Jatrophapflanze einzusetzen. Aus unserer
Sicht stellt diese Möglichkeit das erreichbare Optimum dar.
Die Jatropha ist eine Pflanze, die z.B. die Wiederaufforstung von bereits
gerodeten und erosionsgefährdeten Gebieten ermöglicht. Jatrophaöl
lässt sich ohne schädliche Einflüsse auf die Umwelt anbauen und
produzieren und liefert zusammen mit unserer Hummel Energie und
Wärme oder Kälte für Fabriken oder landwirtschaftliche Betriebe - selbst
in abgelegenen Gegenden. Bündnis 90/Die Grünen haben dazu
ausgeführt, dass der Anbau von Rizinus- und Jatropha im Rahmen des
Biodieselprogramms im Nordosten Brasiliens ein Segen ist, weil
aufgrund der Einbettung in das „Null-Hunger-Programm“ der
brasilianischen Regierung hier besonders Kleinbauern integriert werden.
Durch entsprechende Fruchtfolge, Mischanbau usw. wird hier der Anbau
von Pflanzen sowohl für die Treibstoffgewinnung als auch für die
Ernährung gefördert.
Aus unserer Sicht könnte mit Jatrophaöl und unserer Hummel zum
Beispiel auch Entwicklungshilfe zur Selbsthilfe bei günstigsten Kosten
erreicht werden. Statt Regenwälder abzuholzen kann man damit
erosionsgefährdete Flächen in afrikanischen Ländern landwirtschaftlich
und damit als Einkommensquelle nutzen. Das steht im Einklang mit den
Erkenntnissen des Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das in einem Positionspapier
im Februar 2008 feststellt, dass für Entwicklungsländer weniger der
Export von Agrartreibstoffen als vielmehr die Förderung angepasster
dezentraler Versorgungs- und Energiesysteme für die lokale
Bevölkerung einen positiven entwicklungspolitischen Nutzen haben.
Die Bundesregierung fördert bereits den Anbau von Jatropha im
Rahmen eines Projektes in einem Gebiet von Westtansania. Dort soll
eine nachhaltige Pflanzenölproduktion aufgebaut werden, um die
Stromerzeugung der ca. 30.000 Einwohner zählenden Stadt Mpanda
von Diesel auf Pflanzenöl umzustellen und durch den Aufbau der lokalen
Pflanzenölwertschöpfungskette sollen die Einkommen der
kleinbäuerlichen Betriebe verbessert werden. Wir versuchen, im
Rahmen dieses Projektes einen sinnvollen Beitrag zu leisten.