Home Sitemap Impressum Wasserkraft, Windkraft, Solarenergie und Geothermie haben einen  gewissen Nachteil: Zur dezentralen Gewinnung von Energie sind sie nur  bedingt geeignet. Entweder, weil sie bestimmte natürliche  Voraussetzung benötigen – nicht überall ist Meer und nicht überall  scheint die Sonne 12 Stunden pro Tag – oder weil sie zu viel Platz  beanspruchen – wie zum Beispiel bei der Windkraft, oder weil sie sich  noch im Entwicklungsstadium befinden – wie die Solarchemie und die  Wasserstofftechnologie insgesamt. Schauen wir uns daher die Gruppe erneuerbarer Energien an, die für  dezentrale Anwendungen universell einsetzbar sind. Das ist die  Bioenergie. Sie kann gewonnen werden aus: Holz, das zur Verwendung als Brennstoff heute oft zu Pellets verarbeitet wird Aus Pflanzenöl, wie zum Beispiel Palmöl, Rapsöl oder Jatrophaöl. Auf diese Gruppe werde ich gleich noch besonders eingehen. Biodiesel, ein Produkt, das man durch einen chemischen Prozess aus Rapsöl oder Soja-Öl gewinnt. BtL-Kraftstoffe, das heißt Biomass to Liquid oder auf Deutsch: Biomasseverflüssigung. Sie werden gewonnen, indem Biomasse, zum Beispiel Pflanzenabfälle, durch thermochemische Vergasung und anschließende Synthese in flüssige Kohlenwasserstoffe umwandelt werden, die zu Diesel oder Benzin aufgearbeitet werden. Ein hochinteres- santes Thema für die Zukunft.* Bio-Ethanol und Cellulose-Ethanol. Zur Gewinnung werden hier ebenfalls Pflanzenabfälle genutzt. Vorzugsweise aber solche, die einen hohen Zuckergehalt haben. Zuckerrohr zum Beispiel. Die werden durch Fermentierung und Destillation in Alkohol umgewandelt. Statt in die Flasche kommt der aber als Zusatz zum Benzin in den Tank. Dann gibt es noch Biogas, Deponiegas oder Klärgas. Man nennt sie auch Faulgase, weil bei ihrer Entstehung auch Schwefelwasserstoff freigesetzt wird, und der stinkt bekanntlich bestialisch. Wenn es gereinigt ist, kann es aber wie Erdgas genutzt werden. Bleibt noch der Biowasserstoff. Das ist unter hohen Temper- aturen ebenfalls aus Pflanzenabfällen erzeugter Wasser- stoff. Wenn die Wasserstofftechnologie einen größeren Verbreitungsgrad gefunden hat, wird diesem Produkt sicher eine gewisse Bedeutung zukommen. Bei allen diesen Energieträgern handelt es sich um so genannte  nachwachsende Rohstoffe. Und deren Verwendung ist für unser Klima  und für unsere Umwelt insofern wichtig, als durch den Einsatz von  Treibstoffen, die aus ihnen gewonnen werden, bei der  Energiegewinnung nur soviel CO2 freigesetzt wird, wie der Rohstoff bei  seinem Wachstum aus der Luft aufgenommen und gebunden hat. Damit ist diese Art der Energieerzeugung schon einmal per se  weitestgehend CO2-neutral, das heißt, bei der Erzeugung von zum  Beispiel einer Kilowattstunde Strom und zwei Kilowattstunden Wärme  wird kein neues CO2 in die Atmosphäre eingebracht. Ein Braunkohle-  Heizkraftwerk hingegen stößt für die gleiche Leistung über 1.400 Gramm  CO2 aus, wie eine wissenschaftliche Studie ergeben hat. Wir unterhalten  ein Kraftwerk, das mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben wird und  je 12 Megawatt elektrischer Energie und Wärme produziert. Wo wir also  kein neues CO2 in die Atmosphäre blasen, würde ein herkömmliches  Kraftwerk die Lust mit 11,2 Tonnen CO2 belasten. Und weil die Treibstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen genau wie  herkömmliches Öl oder Gas gelagert, transportiert und als Treibstoff  eingesetzt werden können, bieten sie sich besonders für die dezentrale  Energieerzeugung an. * HUMMEL-Facts Wir haben ein eigenes Forschungszentrum gegründet, in dem wir uns mit dem Thema Biomass to Liquid sehr intensiv befassen.